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 "Texte 6".

Meine eigenen  kleinen Geschichten und Gedanken!

Rotkehlchen im Blumentopf

 

Ich wollte mit unserem Hund über die Terrasse in den Garten. Freudig mit dem Schwänzchen wedelnd sprang er mir voraus - es konnte ihm gar nicht schnell genug

gehen draußen die Freiheit zu schnuppern und mit dem Ball durch den Garten zu toben.

Aprupt hielt er auf einmal inne und blieb wie zu Stein erstarrt stehen. Verwundert ob es ungewohnten Verhaltens schaute ich was ihn da so irritierte. Außer einem kleinen vorwitzigen Rotkehlchen, welches direkt vor der Türe auf unserem Gartenzaun saß konnte ich nichts erkennen und wartete vor der geschlossenen Türe um es nicht zu erschrecken, und sah ihm still zu weil es auf mich so wirkte als würde es etwas bewachen oder irgendwie doch aufgeregt sein.

Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gesponnen - und war bemüht den Hund still zu halten der natürlich nach draußen wollte, als ich ein zweites Rotkehlchen um die Ecke fliegen sah geradewegs auf unseren an der Wand hängenden Blumentopf zu.

„Was sucht es denn da“ fragte ich mich, und wartete ab was da so interessant sein könnte.

Dann glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, als ich gerade noch erkennen konnte, dass es immer wieder das Köpfchen zwischen die Blumen steckte, wieder mal kurz  aufschaute...zu dem anderen Rotkehlchen auf dem Zaun gegenüber -  bis mir auf einmal die Erleuchtung kam. War es möglich, dass es dort in dem Blumentopf Junge fütterte? Sollte es dort , in der geschützen Terrassenecke Eier gelegt und ausgebrütet haben? Ja  klar, das konnte die einzig mögliche Erklärung sein, warum das 2. Rotkehlchen, offenbar der Vater - dort aufpaßte, Wache hielt und schaute dass keiner seine kleine Familie bedrohte.

Da wir nur stille Beobachter waren, schauen beide Rotkehlchen öfter zu uns herüber ließen sich aber nicht beirren. Nach einer Weile flog eines von ihnen mal kurz fort, kam aber nach einer Weile wieder und es begann dasselbe Szenario von vorn. Nun war ich ganz sicher, sie suchten Futter für die Jungen und fütterten sie.

Nach einer ganzen Weile flogen beide fort, und der Blumentopf war eine Weile unbewacht. Ich musste mir Sicherheit verschaffen, öffnete vorsichtig die Türe und versuchte durch die kleinen Blümchen ins Innere des Blütengefäßes zu sehen.

Tatsächlich - ich hielt den Atem an vor Überraschung, Freude und Aufregung. In dem ungewöhnlichen Gefäß hockten 5 Junge, versuchten abwechselnd schon die Flügel auszubreiten und rissen weit ihre Schnäbel auf – offenbar in der Annahme dass wieder Futter gebracht würde.

Ich war begeistert, dass sie ausgerechnet bei uns dieses Nestchen gebaut hatten und sich von Tag zu Tag weniger fremd und erschrocken zeigten wenn einer aus unserer Familie bei der Fütterung zusah. Einer flog immer eine Weile voraus in die Nähe des Nestes, auf unseren kleinen Zaun oder einen der benachbarten Bäume, die ihm selber auch Schutz boten - der nächste kam kurz drauf um die Ecke geflogen und fütterte die Jungen, deren Geschilpe man nun täglich deutlicher , fordernder und lauter vernehmen konnte. Sie mussten schon echt stark und groß geworden sein. Ich hatte nicht mehr nachgesehen um sie nicht zu verjagen.

Eines Tage war es dann soweit, dass ich das Glück hatte dabei zusehen zu können. wie Mutter und Vater Rotkehlchen ihren 5 Jungen dabei halfen oder Unterricht gaben, wie sie denn die ersten Flugversuche anstellen sollten. Das alles geschah in schöner Regelmäßigkeit, und an unser stilles Zusehen hatten sie sich längst alle gewöhnt. Naja wir hatten ihnen ja auch stillschweigend Asyl gewährt in unserem Blumentopf.

Eines Tages bieb alles still  - kein Rotkehlchen mehr zu sehen. Weder auf dem Zaun, noch im benachbarten Baum – kein Vogel der mit Futter im Schnabel um die

Ecke flog - kein Geschilpe mehr aus dem Blumentopf.

Ich warte einen Tag und noch einen – nichts geschah mehr...es war ungewohnt still. Dann fasste ich mir ein Herz und schaute nach. Die Kinderstube war leer – sie hatten wohl alle das Fliegen recht schnell erlernt und die schützende Terrasse verlassen.

Sollte ich mich nun freuen oder traurig sein? Das muntere Völkchen fehlte mir doch schon sehr. Noch einmal warf ich einen Blick zurück - und stutze.

Lächelnd nahm ich das kleine angeknackte Dingelchen in die Hand – es war als hätten sie einen kleinen Dank, eine Art Gastgeschenk dagelassen dafür dass sie so ungestört bei uns ihre Jungen hatten aufziehen können. Ein Ei war dort geblieben – ein Gruß an uns...

Hin und wieder kommen Rotkehlchen zu uns und ich frage mich, ob es eines von ihnen ist , die uns einen kurzen Gruß senden und wieder davonfliegen.

 

                                                       

Wundersame Magie

 

Es zog mich plötzlich an einen Ort, von dem ich vor Jahren musste fort.

Nun zieht es mich magisch da wieder hin,ich frag mich warum nur, macht das einen Sinn?

Schon seh` ich die wacklige Gartenbank,die Tränke auf der Wiese, aus der das Vieh oft trank.

Der kleine See, der fast immer trocken,an dem wir im Sommer damals als Kinder hockten;

bei Lagerfeuern, Spielen und herrlichen Abenteuern,unbewusst langsam auf die erste Liebe zusteuern.

Wehmütig kreisen die Gedanken um die doch unbeschwerte, vergangene Zeit,

bin allzu gern für schöne Erinnerungen bereit.

Mondschein, linde, warme Lüfte, frische, zarte und betäubende Blütendüfte,

frohes Kinderlachen ohne Schranken, für solch glückliche Zeit kann man nur immer wieder danken.

Das alles war so unbeschwert schön, ich wünschte mir sehr alle mal wieder zu seh’n.

Doch viele sind längst schon nicht mehr da, wie Theo, Heiner und auch Edgar;

War ich in einen alten Traum versunken, rief mich da wer, hat jemand gewunken?

Ich schau auf den See, den dort sich spiegelnden Mond, fühle mich dank der Vision so reichlich belohnt.

Bemerke das Wasser am See das plötzlich stieg, mit den Tränen gefüllt, aus der Sehnsucht die blieb.

Eine innere Stimme hat mich zwanghaft geführt, erneut habe ich die Magie des Ortes gespürt.

Ein Wehmutslächeln bringt euch meinen Gruß, auch wenn ich wieder Abschied nehmen muss.

Mein Dank an die Phantasie lebendig bleibt,

und alle Namen für immer unauslöschlich ins Herz mir schreibt.

  

Eine besondere Klassenfahrt

 

  

 Wir waren wohl so 12 bis 13 Jahre alt als sich – so ungefähr 48 Mädchen unserer Klasse, aufgeregt und fröhlich durcheinander schnatternd am Bus vor der Schule einfanden, um zu einer lang herbeigesehnten Klassenfahrt zu starten. Der Klassenlehrer und die zweite begleitende Lehrperson hatten alle Hände voll zu tun, das quirlige Völkchen im Bus auf die Plätze zu verweisen, und sich Gehör zu verschaffen. Das alles ist viele Jahre her, und man hatte den Anweisungen einfach Folge zu leisten. Es wurde durchgezählt ob auch alle anwesend waren, jeder seinen Nachbarn in dem Getümmele wiederfand und das Gepäck gut und sicher verstaut war. Als sich dann nach einer Weile jeder und alles am rechten Platz befand, und aus dem Ameisenhaufen eine sittsame Mädchenklasse einer höheren Schule zu erkennen war, durfte der Busfahrer auf gnädiges Geheiß des Lehrer endlich losfahren.

Gleich wurden fröhliche Liedchen angestimmt, die ob der guten Stimmung eher laut als schön waren. Aber wir hatten uns so lange auf die 5 Tage- Fahrt gefreut, dass man da auch der Freude einfach mal freien Lauf lassen musste. So ging die Fahrt für uns zügig und flott in Richtung Mosel ins Schullandheim.

Wir waren gleich begeistert, als wir das schloßähnliche Gebäude betraten und der Sturm auf die Zimmer und die wichtige Frage wer zu wem kam oder durfte, ließen keine Langeweile aufkommen. Natürlich wurde gleich die Umgebung erkundet, die wirklich wunderschön, sogar ein wenig verwunschen erschien mit allen den Weinbergen und dem für uns phantasiebegabte Mädels - geheimnisumwitterten bewaldeten Umfeld.

Im Vorfeld hatten wir uns schon ausgemalt was wir alles auf den Zimmern anstellen könnten, was ja meist nur am Abend geschehen konnte, da tagsüber meist irgendeine vorgegebene Sache laut Schulplan angegangen und erfüllt werden musste. Ist ja klar, dass wir uns darauf besonders freuten, da wir dann unter uns und mal endlich ohne Lehreraufsicht bzw. strenge Kontollen waren.

Am nächsten Tag erwartete uns dann eine große Überraschung als wir von einer ausgedehnten Wanderung in unsere Unterkunft zurückkamen. Es war eine zweite Schulklasse dort eingezogen, was ja nicht eigentlich etwas Besonderes ist, wohl aber in diesem Falle.

Irgend etwas war hier gleich anders, das spürten wir deutlich. Das war nicht so ein aufgescheuchter, laut singender, kichernder oder lärmender Haufen Mädchen, die immer etwas aushecken oder entdecken wollten. Sie erschienen uns zu sehr wohlerzogen und still, dass uns erst einmal ziemlich mulmig und unbehaglich wurde ob solcher Sittsamkeit.

Dann erfuhren wir aber das Geheimnis durch den Herbergsvater und den Klassenlehrer - warum hier alles so anders war als bei uns. Alle Mädchen waren taubstumm. Wir wechselten erst einmal alle ratlose und hilflose Blicke, und da wir auch eine Klasse waren, die immer fest zusammenhielt wenn es darum ging jemand zu helfen überlegten wir, wie und auf welche Weise  wir trotzdem miteinander kommunizieren könnten. Wir versuchten es mit freundlichen Blicken, Zeichensprache, richtungsweisenden Fingern, einfach alles was möglich war, um zu signalisieren dass wir sie  willkommen heißen und auch gerne etwas miteinander machen wollten. Wir dachten es geht evtl. einfacher in Form von Spielen, und stellten nach Absprache mit unseren und deren Lehrpersonen - die glücklicherweise hören du auch sprechen konnten erst einmal eine große Stuhlrunde auf. Da uns einer der Lehrer verraten hatte dass diese Mädchen Musik besonders mögen, was wir gar nicht glauben und erst recht nicht begreifen konnten, haben wir einfach mal wie es unsere Art war, ein Liedchen geträllert. Sicher hat sich eine jede bei uns sich selbst gefragt wie das denn ankommen würde - und ob das der richtige Weg sei. Jedem war ein wenig beklommen zumute – wir zweifelten  und waren gespannt auf die Reaktion.

Eine seltsame Verwandlung ging in den Gesichtern der Mädchen vor. Fast verklärt erschienen uns die Blicke, mit denen sie an unseren Lippen hingen. Unfassbar war es für uns, als nach dem letzten Ton ein tosender Beifall losging, der gar kein Ende mehr nehmen wollte. Ungläubig schauten wir in die große Runde - und in lauter strahlende, glückliche Augen, lachende Gesichter, und Handzeichen doch weiter fortzufahren mit Gesang. Wir aber waren so  fassungslos wegen des nicht enden wollenden Applauses, dass wir erst einmal die Frage an die Lehrer stellten, wie man denn so begeistert sein könne, wenn man den Gesang nicht hören kann.

Sie versuchen uns dann zu erklären, dass sich die Schwingungen  irgendwie übertragen sodass diese Riesenfreude dann ausgelöst werden konnte. Auf ihre Weise hatten sie das Lied „ gehört“. Der Bann war gebrochen, obwohl wir es nicht begreifen konnte wie so etwas geschehen und funktionieren konnte. Aber es machte auch uns sehr glücklich!

Im Überschwang der großen Freude, die natürlich auf uns zurückschwappte, kam eine Freundin auf die Idee dass ich alleine singen sollte. In der Schule machte ich das dauernd mit großer Freude, auch bei allen möglichen Feiern. Ich wußte nicht so recht, ob das angebracht sei und wir versuchten  mit Zeichensprache und Hilfe der Lehrer die Meinung der andere Klasse zu erfahren. Die strahlenden Gesichter waren Antwort genug, und so sang ich  - allerdings auf speziellen Wunsch meiner Klasse - die Forelle von Schubert. Aufmerksame Augen hingen wie gebannt an meinen Lippen – eine Wahnsinnserfahrung für mich, die aber gleichzeitig ein großes Glücks  - und Dankbarkeitsgefühl in mir auslöste. Ein andächtige Stille begleitete mich, und niemals wieder habe ich solches Gefühl und solche Andacht empfunden die sich in dem ganzen Raum auszubreiten schien. Wahnsinn - sie klatschten und klatschen und trampelten mit den Füßen , um zu sagen dass sie mehr hören wollten. Seit diesem für uns alle sehr glücklichen Abend hatten wir alle neue und wertvolle Erfahrungen gemacht. Wir hatten diese Mädchen bedauert und großes Mitgefühl gehabt als wir wussten welches Leid sie tragen mussten, und uns gefragt wie es sein würde wenn wir so auf die Welt gekommen wären, und wie anders wir wohl leben müssten. Sie aber hatten uns gezeigt wie glücklich auch sie sein konnten - und dass wir mit einem kleinen Liedchen eine große Brücke hatten bauen können.

Nun gab es keine Hemmschwellen mehr, die Verständigung klappte mit Händen und Füßen oder kleinen Mitteilungen die auf Zettelchen geschrieben wurden, sogar Freundschaften entwickelten sich, und lange Briefe wurden gewechselt.

Bei unserer Abreise wünschten sie sich - ein Lied.......und unsere Lehrer hatten auf der Rückfahrt eine sehr gesittete, nachdenkliche Klasse!

 

 

                                                       

                                                        Herz findet Herz!

 

 Sicher nicht ungewöhnlich, dass sich Herz zum Herzen findet, aber ich denke dass es schon eine ungewöhnliche Art unserer Herzen war, bestimmte Zeichen zu erkennen und sich zu finden.

Aktiv als Tänzer im Verein, in der Vorbereitungsphase auf die närrische Zeit die ja am 11.11. beginnt, waren alle Mädels mit großem Eifer dabei die Kostüme noch einmal zu testen, alle Requisiten auf Vollständigkeit und Funktionalität zu überprüfen, und die Tänze auf der Bühne in den entsprechenden Outfits zu probieren. Im Jahre 1966 wurde ein Showtanz auf die Bühne gebracht in dem der eine Teil der Mädchen in Dirndl und der andere Teil in Lederhosen gekleidet war. Wir waren auf dem Weg zur Bühne, als ein junger Mann der oben auf einer Leiter stehend, an dem Schrank-   der alle unsere Requisiten beherbergte zu schaffen machte. Keiner kannte ihn aber ich fand ihn irgendwie anziehend, was mir damals gar nicht recht bewusst war. Er schaute auf die bunte Truppe herab und lachte schallend , weil wir zudem auch noch eine riesige, witzige Stoffkuh dabei hatten die von 2 Personen ihre 4 Beine bekam  - und einen Euter hatte der aus Gummihandschuhen aus dem Krankenhaus bestand. Heute kann ich mir das auch nicht mehr vorstellen, aber damals war das so. Es war nicht schlimm dass er lachte, wir fanden es ja selber komisch wie wir alle aussahen – aber das war ja auch der Sinn des Ganzen, das Publikum mal mit einem komischen Tanz in Stimmung und zum Lachen zu bringen. Als der Typ auf der Leiter aber dann, mich fest anblickend sagte: „Du siehst am Bescheuertsten aus“, fühlte ich einen tiefen Stich in meinem Herzen. Ich war sehr getroffen was ich überhaupt nicht verstehen konnte, bei einem solch ungehobelten Kerl der sowas sagte und den keiner zu kennen schien. Naja, ich versuchte nicht mehr dran zu denken, aber auch wenn ich ihn nicht mehr sah, hatte ich ständig sein Gesicht vor Augen.

Sylvester folgte, ich ging mit meinen Eltern zu der Feier im Vereinslokal – einem Hotel hier in der Stadt, weil unser Verein immer einen Sylvesterball ausrichtete. Es gab ein Programm, die Stunden des alten Jahres gingen langsam zu Ende. Es wurde getanzt, die Stimmung war sehr gut, und plötzlich war es 10 Sekunden vor 12 Uhr, der Jahreswechsel stand unmittelbar bevor, und jeder verweilte auf dem Platz an dem er sich gerade befand – so wie ich mitten auf der Tanzfläche. Es war so Sitte dass dann für Sekunden das Licht ausgeschaltet wurde – und jeder an seinem Platz blieb. Gut, nun hatte das neue Jahr begonnen, und ich wollte gerade an meinen Platz zu den Eltern zurückgehen, als plötzlich ein junger Mann mit festem Schritt, und in einen todschicken dunkelblauen Anzug gekleidet ganz zielgerichtet sich den Weg zu mir durch die Menge auf der Tanzfläche bahnte, und mir ein gutes und frohes neues Jahr wünschte. Ich wusste nicht wie mir geschah, als ich in ihm den Kerl erkannte der mich so „nett“ tituliert hatte, kurz vor Beginn der Session draußen am Schrank vor dem Bühnenaufgang. Meine Güte was war das bloß, mein Herz schlug mir fast oben zum Hals heraus, mir wurde ganz warm, und ich war wie elektrisiert. Ich hätte ja beleidigt sein sollen, aber irgendwie spielte mein Herz verrückt – ich gab die Wünsche artig zurück und war total irritiert. Erst sagt er sowas und nun kam er   durch den ganzen Saal auf mich zu!!??...Er ging wieder zu seiner Tanzpartnerin zurück, die er einfach auf der Tanzfläche hatte stehen lassen, und ich total aufgewühlt zurück zum Tisch meiner Eltern. Eine Erklärung für den Aufruhr in mir hatte ich nicht so direkt – aber ich war total durcheinander. Seine Handlungsweise heute allerdings konnte ich mir auch nicht erklären. Warum tat er das wenn er mich so blöd fand? Ich sah ihn dann aber nicht mehr, es war ja auch rappelvoll in dem Saal.

Etwas später gingen wir in eine kleine Kellerbar, die zum Hotel gehörte und trafen dort auf einige Mitglieder des Vereins, tauschten Wünsche zum Neuen Jahr aus, hatten gute Stimmung und viel Spaß.

Als wir uns dann anschickten den Heimweg anzutreten, mussten wir an der kleinen Bar wieder über eine Treppe nach oben um zur Garderobe und zum Ausgang zu gelangen.

Dort mussten wir an einer Tür vorbei die diese kleine Bar vom Rest der anderen Räumlichkeiten trennte. Unwillkürlich ging mein Blick zu dem Pärchen das dort gleich hinter der Türe abseits von allem Trubel rundherum auf einer alten, dort abgestellten Couch saß, und den Rest der Welt um sich herum gar nicht mehr wahrnahm – ausgiebig knutschend. Wohl etwas aufgeschreckt durch die Menschen die sich näherten fuhren die beiden auseinander wie ertappte Sünder – ja und was sah mein Auge? Wieder dieser Kerl, der erst mich so gekränkt hatte, dann aber heute auch wieder überrascht hatte, als er so einfach auf mich zukam! Wieder merkte ich dass mir das nicht egal war, und war stinksauer. Mein Herz hatte sich ja gefreut, aber nun das hier wieder. Meine Gefühle die Karussell fuhren kann ich nicht schildern – aber ich wusste dass irgendetwas geschehen war mit mir.

Dann kam der nächste Veranstaltungsabend wie das so im Karneval üblich ist mit unseren Auftritten, dem kompletten Programm wo jeder seine Aufgaben zu erfüllen hatte, und anschließend wieder ein gemütlicher Treff in der kleinen Bar. Plötzlich wurde mir ein Glas herübergeschoben wo ich mit einigen Mitgliedern plaudernd zusammenstand. Fragend schaute ich hoch, und wollte wissen was das sei und woher es kam. Nur durch ein paar Menschlein getrennt erhob jemand sein Glas, und schaute mich verschmitzt aus schelmischen braunen Augen lachend an. Zuerst erkannte ich ihn nicht und wollte schon das Getränk ablehnen, weil es nicht meine Art war großartig Alkohol zu trinken und schon gar nicht von einem Fremden sowas anzunehmen. Die Uniform sagte mir er gehört zu uns – deshalb hatte ich ihn wohl auch nicht gleich erkannt. In der vertrauten roten Jacke mit dem Wappen des Vereins, der Mütze der Gesellschaft auf dem Kopf konnte es kein Fremder sein. Er lachte mich nochmals an und da erkannte ich ihn; wieder dieser Kerl mit den frechen blitzenden Augen, und dem schlemischen Grinsen dem man so schlecht widerstehen konnte, der mir seit Wochen durch den Kopf spukte und mein Herz Purzelbäume schlagen ließ, mich unheimlich anzog und auch wieder verletzte und deshalb in einen Abgrund hinabstieß, aber auch immer wieder ein totales Chaos der Gefühle in mir anrichtete. Als hätte jemand meine Hand ferngesteuert und unfreiwillig gelenkt erhob ich das Glas und prostete ihm zu – und schluckte mit Todesverachtung das scharfe Getränk, das ich zutiefst verabscheute. Wieder spürte ich mein Herz aufgeregt schlagen. Dieses dumme Herz, warum konnte ich es nicht zum Schweigen bringen, bei all dem Blödsinn den der Kerl , dessen Namen ich nicht mal kannte – schon angerichtet hatte. Ich hatte das Zeug geschluckt, das ich gar nicht mochte, und unsere Blicke trafen sich an dem Abend noch öfter. War das wirklich ich gewesen? Ich verstand mich selbst nicht mehr. Irgendwann bat er mich zum Tanz – führte mich durch eine Garage zu einem anderen Lokal, auf dessen Rückweg es dann auch spontan zu einem ersten Kuss kam – ich daraufhin aber total erschreckt und etwas verschämt zu den anderen davonrannte, aber so recht traute ich ihm nicht - wer wüsste schon was er im nächsten Moment wieder für einen Spruch von sich geben würde.

Wir kehrten zu den anderen zurück, saßen aber dann plötzlich nebeneinander in einer großen Runde, und dann ging es wieder langsam auf den Heimweg zu. Noch heute sehe ich mich im Foyer stehen mit meinen Eltern und einigen Bekannten, als „ Er“ , dessen Namen ich inzwischen auch erfahren hatte mir plötzlich seinen Autoschlüssel in die Hand drückte und sagte:“ Wir treffen uns morgen hier um 16 Uhr, dann kannst du mir den Schlüssel wiedergeben, ich möchte nun nicht mehr Auto fahren.“ Wie selbstverständlich nahm ich den Schüssel an mich, einer Eingebung folgend für die es bis heute von beiden Seiten keine logische und total vernünftige Erklärung gegeben hat.

Ich hatte mich mit ihm verabredet? Nach und nach erst wurde mir das richtig bewusst, und war bis zur letzten Minute hin - und hergerissen, ob ich hingehen würde zu dem Treffpunkt. Redete mir fleißig  ein, dass ich ihm ja nur den Autoschüssel zurückgeben wolle – obwohl mein Herz schon etwas ganz anderes sagte – es sprach eh eine andere Sprache als mein Verstand es zu tun suchte. Aufgeregt und zum Äußersten angespannt  - weil ich logischerweise am liebsten die Uhr vorstellt hätte - ging ich natürlich hin. Mit langen Schritten kam er auf mich zu – allzu viele Worte hatten wir nicht gewechselt , aber unsere Herzen hatten sofort im gleichen Takt geschlagen und sich gefunden ehe es uns beiden bewusst war - und tun das immer noch!

Oft fragt er mich heute: warum hast du damals den Drink angenommen? Das hast du sonst nie getan! Ich kann es bis heute nicht erklären, und er nicht warum er mir den Drink spendiert hat – wir wurden einfach zueinander gelenkt, und unsere Herzen hatten das sofort erkannt.  

 

                                                               

Endlose Liebe...

Ich betrachte über mir das Sternenzelt,
ein Gefühl als gehöre mir die Welt.
Kann träumen, lachen, wünschen, hoffen -
der Himmel ist für alles offen.
Gedanken wandern vor - zurück -
Erinnerungen voller Glück!
Mein Fels in Stürmen das bist du -
und bettest du mich einst zur Ruh` -
kannst du sicher sein: mein Leben warst nur du.
In Stürmen, Krankheit, Not und Plagen
das Schiff der Liebe stets uns hat getragen.
Das zweite starke Band der Liebe ist unser Sohn -
für den ich auch alles gäbe - das weißt du schon.
Für euch gäbe ich mein Leben her -
auch wenn ich Fehler machte schwer.
Mal war das Leben hell, froh und heiter,
mal dunkel - ohne Hoffnung - doch es ging immer weiter.
Mal schwankten wir wie Blätter im Wind ;
hatten Angst vor Krankheit, Not und ums Kind.
Doch niemand konnte uns je entzwei'n -
wir wollten immer doch eine Einheit sein.
Zurückblickend können wir heute oft lachen,
was wir schon erlebten an verrückten Sachen.
Wir halten zusammen wie Sterne am Himmelszelt -
egal ob wir krank oder haben kein Geld.
Die Liebe ruht in uns - der Seele Gespür,
für diese Liebe gäbe alles gerne ich her.
Ich danke euch beiden und wißt dass die Lieb'
zu allen Zeit im Herzen mir blieb.
Gott möge euch schützen und Engel geleiten -
in guten und auch allen schlechten Zeiten.
Und geh ich einst fort und kann's nicht mehr sagen,
laßt mir ein Plätzchen an Erinnerungstagen.
Ich bleibe euch im Herzen laß euch niemals allein -
in Erinnerungen bei Sonnen - und Sternenschein.
Und zwinkert ein Sternlein dort oben ganz hell -
dann lächelt mit mir fröhlich, nun schnell. 
Ihr seid meine liebsten Menschen auf der Welt

jetzt und für immer vom Sternenzelt.

 

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