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Hier entsteht die Seite
"Danke"

Diese Seite widme ich in Dankbarkeit und Liebe
meinem Mann und meinem Sohn.

Ein ganz besonderer Dank vorneweg für alle Sorgen, Nöte, Kummer, Ängste und Ungerechtigkeiten, die ihr ertragen musstet.
Nachdem ich über die Bedeutung der Musik in meinem Leben geschrieben habe, und über unseren Hund, kann ich ja noch ein wenig mehr erzählen, denn mein Leben und natürlich auch das meiner Familie hat sich plötzlich total verändert, als ich eines Tages krank wurde. Das kommt überall mal vor, werdet ihr jetzt denken, und das ist auch eigentlich richtig, aber es hat alles so harmlos angefangen, und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer echten Katastrophe, dass ich diese Zeilen schreibe um mich für die langen, schweren, sorgenvollen Jahre die mein Mann und mein damals noch kleiner Sohn durchmachen und aushalten mussten, von ganzem Herzen bedanken möchte.
Nachdem man bei der rätselhaften Erkrankung meines Beines erst einmal im Dunklen tappte, und glaubte es könne eine Virusinfektion sein, die ich mir bei einer Auslandsreise, die aber nicht stattgefunden hatte, oder auch bei unserem damaligen Meerschweinchen geholt haben könnte, kam man dann nach ca. 8 Monaten und ewigen Untersuchungen und Tests dem Grund auf die Spur. Die Ursache war ein Ermüdungsbruch des Beines, der nicht erkannt worden war, und inzwischen den Knochen und seinen Stoffwechsel sehr geschädigt hatte, sodass sich daraus im Laufe der vergangenen Monate eine spezielle, schwer erkennbare, schon im 3. Stadium befindliche schwere Knochenerkrankung entwickelt hatte, die man kaum noch beeinflussen konnte. Ich ging inzwischen auf Krücken, da das Bein dick, schwer, entzündet und nicht mehr belastbar war. Von Arzt zu Arzt bekam ich die gleich Auskünfte: " Da kann man nichts mehr machen ." Wer will sich schon damit zufrieden geben? Also fasste ich den Entschluss, zu dem Arzt zu gehen der immer einen Ausweg versuchte, auch wenn es noch so hoffnungslos schien. Das tat ich auch, und er hörte und sah sich die ganze Geschichte an, besuchte Kongresse, unterhielt sich mit Spezialisten, flog nach Japan und Schweden, holte - zig Meinungen ein, um mir helfen zu können. So kam es im Laufe der folgenden Jahre in Abständen und oft mit schweren, großen Gewissenkonflikten und unter Abwägung Risiko oder Nutzen zu vielen, vielen Operationen, Erfolgen, Rückschlägen, neuen Komplikationen, aber auch immer wieder Hoffnung. Eines Tages aber war dann der Tag gekommen, wo ich mich für mein Bein oder mein Leben entscheiden sollte, aber nicht wollte oder konnte. Die Ängste und Zweifel möchte ich nicht mehr durchmachen müssen. So kam es, dass ich die Zeit so weit hinauszögerte, dass es mir so schlecht ging, dass ich in Lebensgefahr schwebte, und mein Doc mich aus der Praxis gleich in die Klinik bringen ließ. Er machte mir klar, dass es nun keinen Ausweg mehr geben könnte. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich nicht mehr reagieren konnte. Abends kam er mit mehreren Kollegen noch zu mir, und machte mir den Ernst der Lage klar, den ich inzwischen aber wirklich im wahrsten Sinne des Wortes spürte. Was das heißt? Ich spürte, dass ich mein Leben verlieren würde, wenn ich mich jetzt nicht von meinem Bein trennen würde. Gleichzeitig spürte ich aber auch, dass ich trotz aller Ängste auch leben wollte, und fühlte eine Kraft dazu das alles durchzustehen, für die ich heute noch keine Erklärung habe. Nach vielen bangen Tagen, Weihnachten war vorbei - ging es mir besser und ich durfte noch Mal kurz nach Hause, als mein Zustand sich sofort wieder dramatisch verschlechterte. So habe ich also gekämpft von 1982 bis 1990, alles versucht auszuhalten, zu ertragen und zu schaffen, bis nun doch der Tag gekommen war, dass ich oberschenkelamputiert werden musste. Was mich außer den Schmerzen oft viel mehr gequält hat, war das schlechte Gewissen meinem Mann und vor allem meinem Sohn gegenüber, der schon seit seinem 9. Lebensjahr das alles erleben musste.
In der Zeit, in der ich nur noch Schmerz fühlte, Zweifel, Verzweiflung, Angst und Ohnmacht war ich sicher auch oft ungerecht, und nicht die, die ich eigentlich war und weiter sein wollte. Deshalb möchte ich meinen Mann und meinen Sohn dafür sehr um Vergebung bitten. Die Verantwortung lag allein bei meinem Mann, der alle Arbeit, Beruf, Sohn, Haushalt und die Sorge um mich verkraften und managen musste. Mein kleiner Sohn hatte sicher auch Ängste die mir damals gar nicht so klar zu Bewusstsein kamen. Also ich bitte euch, verzeiht mir meine Fehler, die ich ungewollt in dieser Zeit gemacht habe, die aus nackter Angst und Verzweiflung geschahen.
Da ich nun auch in meinem Innern die Entscheidung mittragen konnte, und mich bei meinem Arzt in den besten Händen wusste, war ich dann auch ganz ruhig, als das Unvermeidliche denn nun geschah. Nach wiederum langen schweren Wochen wurde ich in die Reha-Klinik verlegt, wo ich dann auch prothetisch versorgt wurde, und anschließend die ersten Versuche machte, wieder laufen zu lernen. Es gab Fortschritte und Rückschläge, aber mühsam und auch glücklich über jeden Fortschritt sah ich dort auch, wie andere damit umgingen. Das machte es nach anfänglichen Hemmschwellen die überwunden werden mussten doch auch leichter. Man war nicht allein, andere hatten ähnliche Probleme, waren ich ähnlichen Situationen, wenn auch ohne die Problematik solch einer extremen Vorgeschichte. Egal, es war ein seltsames Gefühl, wieder auf 2 Beinen stehen zu können, und ein paar behutsame Versuche erst im Barren zu machen, später auf Krücken. Nach Monaten kam ich dann nach Hause, machte weiter meine Übungen, Krankengymnastik, und versuchte rasch weiter Fortschritte zu machen. Es wurde dann noch eine Nachamputation erforderlich, und wieder ein neuer Start um Laufen zu lernen. Nach einigen Komplikationen die immer wieder auftraten, und neuerliche Operationen erforderten hatte ich ganz gute Fortschritte gemacht, die mich sehr froh stimmten und erleichterten. Dann hatte mein Rücken wohl endgültig genug. Er war ja die ganzen Jahre in denen das schwere kranke Bein nicht belastbar war, und ich mich nur noch mit großer Mühe auf den Krücken halten konnte, total fehlbelastet worden. Nun, beim neuen Laufen lernen wieder in der normalen Position, machte er einfach nicht mehr mit. Es folgten dann hintereinander 3 große Wirbelsäulenoperationen, und wieder monatelange Reha. Dabei hatte aber das gesunde Bein eine Lähmung davon getragen, die auch durch die Op's nicht ganz zurückging. Es war eine Strapaze mit einem leichten Vorgeschmack auf ein kleines Stückchen Hölle was alles versucht wurde, um zu helfen. Für jeden Versuch war ich dankbar, mein Glaube durch nichts zu erschüttern. Nur kurze Zeit war ich auch nachher in der Lage zu sitzen, und nun im Rollstuhl. Da wollte ich unbedingt wieder raus. Es ging nicht mit dem bloßen Willen, und jeder sagte mir, ich solle erst den einen und dann den anderen Schritt machen, aber das fiel mir sehr schwer. Ich hätte gern alles auf einmal versucht, wollte es für meine Lieben schaffen. Doch das gelang mir nicht. Später stellte sich dann heraus dass die Wirbelsäule in verschiedenen Etagen instabil war, und wieder folgten Klinikaufenthalte, Abschätzung der Risiken neuer Op's, Besprechungen mit anderen Fachärzten, eine Reihe neuer Untersuchungen und Tests. Einzelheiten schenke ich mir hier. Am Ende dann die Fusions - Op, d.h. die Wirbelsäule wird in einer Op vom Rücken her mit Metall versteift, und in der nächsten Op vom Bauch her nochmal operiert und Knochen aus dem Beckenkamm eingesetzt. So vergingen wieder Monate bis ich zu Hause war, aber endlich etwas schmerzfreier im Rollstuhl sitzen konnte. Das war ein großer Fortschritt, und ich bin heute froh über jeden Tag der schmerzarm ist. Kommen allerdings die grausamen, gefürchteten Phantomschmerzen dazu, bleibt mir oft keine Luft mehr zum Atmen und ich denke, die Kraft reicht nicht mehr. Ist aber alles überstanden blicke ich gleich wieder nach vorn und genieße jeden schönen Moment. Seither gab es gute und schlechte Tage, neue Operationen, aber zum Glück auch meinen Arzt, der mich durch alles begleitet hat, und vor allem meine Familie die mich nie im Stich gelassen hat, wenn es sicher auch für sie sehr schwer war das alles mit anzusehen und zu ertragen. Vieles konnten sie sicher auch gar nicht verstehen.....
Ich bitte euch beide um Vergebung, wenn ich in den Zeiten auch oft ungerecht, unleidlich oder nicht die war, die ihr euch sicher gewünscht und auch verdient hättet. Ihr habt durch mich sehr unglückliche Zeiten erlebt wie ich, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Aber ich liebe euch über alles, und hätte es ohne euch auch nicht geschafft. Für euch wollte ich leben, weil ich auch mit euch leben wollte. Danke für eure Kraft und Liebe die ihr mir trotz allem gegeben habt, und die mich das alles auch hat durchstehen lassen.
Ein großer Dank auch an meinen Arzt, der immer neue Wege gesucht hat mir zu helfen, und eine gute Lösung zu finden, der immer ehrlich zu mir war, und mir die Grenzen des Möglichen behutsam und hilfreich, aber auch ernsthaft und deutlich aufgezeigt hat, der immer für mich da war, wenn ich Fragen hatte, oder meine Ängste mich an den Entscheidungen zweifeln ließen, der mir Arzt, Mensch und Freund zugleich war. Auch er hat einen großen Teil dazu beigetragen, das schließlich einsehen und akzeptieren zu können, weil mein Vertrauen in ihn grenzenlos war und ist. Er ist bis nach Japan, Schweden und Australien geflogen, um mit Fachleuten die Möglichkeit des Machbaren abzuwägen um mir wieder einen Weg zu eröffnen, dessen Risiko noch abzusehen war. Er hat mir alle Möglichkeiten gegeben die man nur haben konnte, und war immer da, wenn es nötig war. Ich bekam alle Erklärungen, alle Hilfe die man sich nur wünschen kann.
Auch allen beteiligten Ärzten, dem wunderbar verständnisvollen, einfühlsamen, hilfreichen Personal ein ganz großes Danke. Alle haben mitgelitten, geraten, geholfen mich durch gute Gespräche unterstützt, mir Kraft, Mut und Sicherheit gegeben. Das vergesse ich niemals.
Die "Freunde", die ich damals dringend gebraucht hätte haben mich in den langen Jahren der Krankheit verlassen. Es wäre hilfreich gewesen, sich mit ihnen mal austauschen zu können, statt alles bei meinem Mann abzuladen, und indirekt bei meinem kleinen Sohn. Es hat mich damals sehr verletzt und ich konnte die Handlungsweise nicht verstehen. Ich war doch auch immer einsatzbereit gewesen. Heute denke ich es war auch die Angst davor, so etwas könnte sie vielleicht auch einmal selber treffen, die sie so handeln ließ. Ich empfinde Mitleid, was werden sie tun wenn sich vor ihnen einmal solche Abgründe auftun?
Sie sind gegangen, aber neue "Freunde", die ich während der Krankheit kennen gelernt habe, meist in einer Klinik, sind geblieben. Sie sind heute besonders wertvoll für mich, und ich empfinde es als ein ganz besonders kostbares Geschenk. Ich werde auf einer anderen Seite nochmal auf sie zurückkommen. Aber sie alle haben mir auch gezeigt, dass ich auch anders ein Mensch geblieben bin, mit dem man reden, weinen und lachen kann.
Meiner Familie und den Freunden, insbesondere durch die der Autoren-Plattform nochmals ein ganz großes, dickes "Danke".
Damals hätte ich ne geglaubt, dass mir solch ein 'großes Glück Leben' noch vergönnt sein könnte.
Ein ganz großartiges Geschenk ist jeder neue Tag
Danke!
Wenn man an die Vergangenheit denkt,
blickt man zurück auf geschehene Erlebnisse,
vergessene Gefühle, gute Erfahrungen,
schöne Erinnerungen, große Liebe,
schwierige Zeiten, schmerzliche Momente,
vergessene Augenblicke, neue Einsichten,
unverwechselbare Menschen so wie dich,
Du prägst mein Leben wie kein anderer,
gibst mir Möglichkeit zum Anlehnen,
Zeit zum zuhören, vermittelst Rückhalt,
gibst mir Kraft zum Aufsteh'n,
Mut zum Weitermachen
und verwendest dabei die rechten Worte.
Allein dafür danke ich dir.
Du bist das Beste was mir je passiert ist!

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